Sport in Ungarn
Die Ungarn sind ein recht sportbegeistertes Völkchen. An erster Stelle der Beliebtheitsskala steht wie in den meisten anderen europäischen Ländern der Fußball. Anfang der 50 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war die ungarische Nationalmannschaft führend in der Welt und verbreitete unter den anderen Nationalteams Angst und Schrecken ob ihrer überlegenen Spielkultur und ihrer hohen Siege. Dann jedoch kam das schwarze Jahr 1954, als Ungarn als hoher Favorit im Endspiel der Fußball WM auf Deutschland traf und vollkommen überraschend verlor. Seit jenem denkwürdigen Spiel in Bern ging es erst einmal bergab mit dem ungarischen Fußball. Die Spieler und Trainer, wieder in der Heimat angekommen, wurden geschmäht und mit Verachtung gestraft. Diese Niederlage im Finale traf den Nerv aller ungarischen Fußballfans und speziell den der politisch Verantwortlichen. Dennoch berappelte sich der ungarische Fußball wieder und etablierte sich in der europäischen Spitze erneut. Allerdings ist die letzte Teilnahme an einer WM im Jahre 1986 schon mehr als 25 Jahre her. Auf Vereinsebene ist Ferencvaros Budapest mit 28 Meistertiteln die erfolgreichste Mannschaft und konnte im Jahre 1965 den Messepokal erringen, den Vorläufer des heutigen UEFA-Pokals.
Die ungarischen Handballer konnten im Gegensatz zu den Fußballern ihr hohes internationales Niveau über all die Jahrzehnte halten. Der SC Szeged und der KC Veszprem sind regelmäßig in den Endrunden der europäischen Pokalwettbewerbe vertreten. Die ungarischen Kanuten sind die wohl härteste Konkurrenz für die Sportler des deutschen Kanuverbandes. Bei internationalen Wettbewerben gibt es regelmäßig knappe Entscheidungen, welches Land die Spitze des Medaillenspiegels für sich in Anspruch nehmen kann. Auch im Schwimmen und Boxen brachte und bringt Ungarn immer wieder ganz hervorragende Athleten an den Start. Großer Beliebtheit erfreut sich der seit dem Jahre 1986 auf dem Hungaroring ausgetragene Große Preis von Ungarn im Formel-1-Rennsport. Mit Judith Polgar, Peter Leko und vormals Lajos Portisch konnte und kann das Land auch Schachspieler der absoluten Weltspitze aufweisen.